Atomkraft: Atomlobby erfindet Unwort des Jahres
Geschrieben von TB in Allgemein, tags: Atomreaktor, AtomstromIn Deutschland ist “Döner-Morde” zum Unwort des Jahres gewählt worden. In der Schweiz zeigten sich die Eidgenossen ebenfalls sehr kritisch. Das Unwort des Jahres der Schweiz kommt aus dem Energiesektor und ist eine Erfindung der Atomlobby. Mit einem “Technologieverbot” versuchten die Schweizer Kernkraft-Betreiber Stimmung für die Atomkraft zu machen. Vergebens, denn die Schweizer wollen keinen Atomstrom mehr und sprachen sich gegen die Atomkraft aus. Als Begründung für die Wahl zum Unwort des Jahres sagte die Jury, dass die Atomlobby mit ihrer Kampagne reine Propagandazwecke verfolgt habe. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wäre es den Atomkraft-Befürwortern nur darum gegangen etwas zu erfinden, das ihren Zwecken dient.
Im März kam es im japanischen Fukushima zu einer Atomkatastrophe. Wie in Deutschland, so folgte auch in der Schweiz eine Diskussion über die Zukunft der Kernkraft. Deutschland nahm nach der Katastrophe von Japan acht Atomreaktoren vom Netz und beschloss, bis 2022 aus der Atomkraft auszusteigen. Die deutsche Energiewende ist sehr schnell beschlossen worden. In der Schweiz ist länger über den Atomausstieg diskutiert worden, weshalb die Atomkraftlobby auch mehr Zeit hatte sich eine Strategie einfallen zu lassen. Genützt hat die PR-Aktion gegen das “Technologieverbot” wenig. Im September sprach sich der Schweizer Ständerat gegen den Bau neuer Atomkraftwerke und für den Atomausstieg aus. Zuvor hatte bereits der Nationalrat für das Abschalten der eidgenössischen Atomreaktoren gestimmt. Allerdings konnte die Atomlobby eine Formulierung im Ständerat durchbringen: Der Fakt, dass in der Schweiz keine neuen Atomreaktoren gebaut werden, dürfe kein Technologieverbot zur Folge haben.
Viele Bürger befürchten seit Verkündung der Energiewende, dass die Strompreise weiter steigen. Dabei ist es hoch umstritten ob Atomstrom wirklich günstiger ist als Strom aus anderen Quellen wie beispielsweise Windkraft oder Erdgas. Die Kernkraftwerke in Deutschland wie in der Schweiz sind mit Subventionen in Milliardenhöhe gebaut worden. Die Atomkraft ist früher ebenso vom Staat gefördert worden, wie heute Erneuerbare Energien gefördert werden. Zudem ist es völlig unklar wie Hoch die Kosten für den Abbau bestehender Atomkraftwerke und die Lagerung des Atommülls sein werden. Schon heute gibt es viele alternative Stromanbieter, die günstig Strom anbieten. Verbraucher müssen nur Strompreise vergleichen. Von der Kernkraft profitieren oft nur wenige, allen voran die Manager, die am Verkauf von Atomstrom direkt mitverdienen. Dass Wirtschaftsinteressen nicht über allem stehen sollen zeigt auch der Satz des Jahres in der Schweiz. In dieser Kategorie ist “Das Leben ist kein Bonihof” auf Platz eins gewählt worden.
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